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Hühnerhaltung im kleinen Garten?

Mit einer großen Obstwiese ist es naheliegend, einen Zaun darum zu ziehen und ein paar Hühner zu halten. Einige Körner rein, frische Eier raus, ein gutes Tauschgeschäft. Außerdem sind Hühner interessante und liebenswerte Haustiere für den Garten. Sie werden für die Kinder zur Unterhaltung und es ist einfach was los. Fühlen sich Hühner auch im kleinen Garten wohl? Und was sagen die Nachbarn?

Im Stadtkern wird es mit der Hühnerhaltung schwierig. Es sollte schon eine Wohnlage sein, wo jeder seinen Garten pflegt, dann spricht nicht mehr viel gegen die Hühnerhaltung. Wer nur ein paar Hühner hält, wird zumindest nicht bis zum Himmel duften. Sollte es wegen des Krähens nicht anders gehen, fühlen die Hennen sich auch ohne Hahn einigermaßen wohl. Weswegen nicht die Nachbarn fragen und ein paar Eier in Aussicht stellen?

Käme es zum Rechtsstreit, gilt häufig das Gewohnheitsrecht, solange die Hühner keine gesundheitlichen Schäden verursachen. Wer also schon Hühnerhalter als Nachbarn hat, wird wohl keine Probleme bekommen. Wichtig bleibt, die Hühnerhaltung bei der Tierseuchenkasse und dem Veterinäramt zu melden. Außerdem sollte der Kontakt zu einem Verein für Geflügelhalter gesucht werden. Hier gibt es alle Quartale den Impfstoff gegen Newcastle Disease zur Verabreichung im Trinkwasser für ein paar Euro.

Wer keinen massiven Hühnerstall baut, hätte damit alle juristischen Hürden bereits abgearbeitet, sonst würde noch die Baugenehmigung fehlen. Aber wofür die Mühe für die paar Hühner, weswegen nicht ein altes Gartenhaus zum Hühnerstall umbauen?

Die richtige Hühnerrasse entscheidet über den Erfolg

Wer nicht von Fach ist, macht sich kein Bild davon, wie unterschiedlich Hühner aussehen können:

– ganz klein mit 500 Gramm oder groß mit 5 kg

– gezackter Stehkamm, Hörnerkamm, Rosenkamm, Federhaube

– schlank und aufrecht oder kugelrund wie Cochin-Hühner

– glatte oder zerschlissene Federn wie bei Seidenhühnern

– nackte Füße oder Federfüße

– flugfähig oder flugunfähig

– geringe oder hohe Legeleistung, teils sogar im Winter

– weiße, braune, braunrote, grüne, blaue oder cremefarbige Eier

– ohne oder mit starkem Brutinstinkt

– leicht zähmbar oder sehr scheu

– Brathähnchen für Fuchs und Habicht oder flinkes Hühnchen für Randlagen

Der normale Garten grenzt an andere Gärten, an befahrene Straßen oder an Böschungen mit vielen Raubtieren. Das bedeutet, dass ein Teil des Gartens für die Hühner einzuzäunen ist. Wer eine flugfaule Rasse wie schwere Cochin, Orpington oder Brahma wählt, beziehungsweise flugunfähige Seidenhühner, braucht nur einen mittelhohen Zaun mit etwas über einen Meter Höhe. Sicherlich darf am Zaun nichts stehen, damit die Hühner nicht darüber klettern.

Es gibt auch einige legebetonte Hühnerrassen, die kaum noch vom Boden abheben. Hier wären z.B. Barnevelder, New Hampshire oder Bielefelder Kennhühner zu nennen. Letztere legen sogar im Winter, sie ließen sich auch mit anderen Rassen kombinieren, die nicht im Winter legen. Wer eigene Küken wünscht, sollte eine Seidenhenne mit in die Gruppe nehmen und benötigt entweder einen Hahn oder Bruteier.

Zumindest ist der Zaun ein entscheidender Kostenfaktor, da die Hühnerwiese möglichst groß sein soll. Je größer, umso weniger Schaden richten die Hühner an, solange sie nicht in den Gemüsegarten kommen. Kommt es einem nicht auf die Optik an, wäre wohl das Geflügelnetz am günstigsten.

Weitere Auswahlkriterien wären, ob die Hühner zahm und anhänglich sein sollen oder wegen der Beutegreifer besonders gute Instinkte benötigen. Diese Hühnerrassen sind dann wie Westfälische Totleger oder Brabanter Bauernhühner etwas scheuer.

Hühnerstall und Auslauf gestalten

Gerade in Randlagen zu Böschungen und Waldgebieten gibt es zahlreiche Beutegreifer. Der Auslauf soll eine saftige Wiese mit Deckung und auch einer trockenen Stelle für das Staubbad bereithalten. Solange die Hühner überall mit einem Satz in Deckung sind, werden Greifvögel sie im Idealfall nicht mehr sehen.

Beim Hühnerstall ist es wichtig, dass es nicht einmal kleine Öffnungen gibt, da selbst ein kleines Mauswiesel ein Huhn erlegen könnte. Wie funktioniert das, wenn der Hühnerstall eine Lüftung benötigt? Vor solche Öffnungen wird Marderdraht gespannt. Das gilt aber auch für das Dach, dass nichts durchpassen darf. Wer lockere Terrassenplatten als Boden wählt, sollte auch hier zur Sicherheit noch Marderdraht gegen das Untertunneln darunter legen. 

Wer den Hühnern nicht den Pförtner macht, baut eine sicher schließende Hühnerklappe ein und macht zum Abend einen Kontrollgang. Wird dieser an eine Körnerfütterung geknüpft, sind alle Hühner pünktlich im Stall. Wegen der Schadnager wäre es perfekt, eine sicher schließende Futterkiste im Hühnerstall zu haben. 

Der Hühnerstall muss trocken sein und vor Zugluft schützen. Das bedeutet, dass die unten liegende Zuluftöffnung und oben liegende Abluftöffnung nicht zur Zugluft werden darf, zumindest nicht bei den Hühnerstangen. Diese soll es für die meisten Hühnerrassen geben. Liegt darunter ein Kotbunker oder Kotbrett, lässt sich alles schnell säubern. Im Handel erhältliche Hühnerställe haben häufig einen Boden zum Herausziehen.

Zumindest brauchen die Hühner außerdem einen Scharrraum mit nicht staubender Einstreu, eine leicht erhöhte Futterstelle und gut zugängliche Legenester für die Eientnahme. Es muss etwas Licht in den Hühnerstall kommen, aber nicht zu viel. Weiterhin darf es im Winter noch nicht frieren und im Sommer soll es in der Nacht bereits auskühlen.

Das Hühnerleben

Hühner wollen niemals allein leben. Im Idealfall lassen sich mehrere Hennen durch einen Hahn beschützen. Wäre ein Hahn zu laut, sollten es dennoch wenigstens drei Hühner sein. Ob mit oder ohne Hahn – wenn die Sonne aufgeht, zieht es die Hühner nach draußen. Hier wollen sie nach Futter suchen oder einfach im Sandbad liegen. Gerade zur Mittagszeit ist Ruhepause. Es folgen ein paar Runden am Abend, schon geht es in den sicheren Hühnerstall.

Hühner fressen frische Halme, Beeren, Kleintiere und andere Dinge, die sie im Freien finden. Wenn sie viel davon finden, brauchen sie nur noch einige Körner und täglich frisches Wasser. Ansonsten müsste die Fütterung der Hühner ausgewogener sein, als Basis empfiehlt sich dann ein vollwertiges Hühnerfutter: Legefutter für die Saison, sonst Hennenfutter. Hier und da ein paar Reste und Leckerchen aus Küche und Garten runden alles ab.

Wer seine Hühner zu sehr verwöhnt, kann kaum noch den Garten betreten, ohne sie vor den Füßen zu haben. Es lohnt sich jedoch, sich wenigstens etwas mit jedem Huhn zu beschäftigen, da es tolle und interessante Tiere sind.

Anmerkungen:

Ein großes Dankeschön für den Artikel an Robert Brungert vom huehner-hof.com

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