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So haben wir den verschneiten Winter 2021 erlebt

Da soll mal jemand sagen, dass es in Deutschland keinen Winter gibt! Dieses Jahr hatten wir einen Winter, der sich gewaschen hat! Minusgrade und Schneemassen die an Sibirien erinnerten. Und das bei uns – im Flachland! Das war kaum zu glauben für uns, dass es auf einmal so viel Schnee gibt und dass wir manchmal Minus 17 Grad hatten.

So schön diese Winterlandschaft auch aussehen mag, hat sie uns nicht nur Freude mitgebracht, sondern auch viel Arbeit und Leid. Was alles auf uns zukam und wir durchmachen mussten, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.

Es wird kalt und weiß

Es war einmal eine Schneeflocke, dann kam eine weitere Schneeflocke und noch eine… So fing alles an – ganz harmlos. Und plötzlich war alles weiß!
Wir merkten sofort, dass es sich draußen ordentlich abgekühlt hatte, da es bei uns im Schlafzimmer richtig kühl wurde.

Dazu muss ich erst einmal erklären, dass wir im 1. OG unser Schlafzimmer haben, über dem sich ein nicht ausgebauter Dachboden befindet. Ein sehr geräumiger Dachboden, mit einem sehr alten Holzboden (Schlafzimmerdecke!) und nicht isoliertem Dach, so dass man direkt die Dachziegel sehen kann.

In so einem alten Fachwerkhaus schon Normalität. Und einen Keller besitzen wir auch nicht, weshalb es auch im Sommer schön kühl im Erdgeschoss ist. Nur im Winter, ist der kalte Boden alles andere als schön. Da wir auch keine Zentralheizung im Haus haben, heizen wir unsere Räume mit zwei Kaminöfen – einer im Wohnzimmer, der Küche, Esszimmer und (kleinen) Flur mit beheizt und einer in unserem großen Flur, der die Wärme in den oberen Stock abgibt. Dazu kommen noch zwei Stromheizungen, wo eine davon das Zimmer unseres Sohnes beheizt und die andere im Bad gebraucht wird, da mir sonst der Hintern auf der Toilette gefrieren würde.

Das bedeutete Stress! Stress für mich, da ich im Haus überhaupt nicht frieren mag und mit dieser Kälte schlechter umgehen kann, als wenn ich draußen in meiner Winterjacke bin. Und Stress für Christian, der jeden Morgen sehr früh aufstand um unsere Öfen zu befeuern und den ganzen Tag bis spät abends am laufen hielt, damit das Haus angenehm warm blieb.

Nach dem ersten Schneefall konnten wir morgens unseren Augen kaum trauen! Der erste Blick war aus unserem Bürofenster, da man von dort aus eine wunderschöne Aussicht auf einen Teil unserer Wiese und den kleinen Garten hat. Es sah einfach wunderschön aus.

Der Blick aus unserem Bürofenster

Winterwunderland

Herrlich – alles weiß und eine tolle Schneelandschaft war zu sehen. Abgesehen davon, dass ich nur noch mit Thermohose und zweiter Hose, sowie zwei Paar Socken im Haus rum lief, weil es fürchterlich kalt war, musste ich mir dennoch unbedingt dieses Winterwunderland von außen betrachten.

Spuren im Schnee

Ich fand es fast schon zu schade, durch den Schnee zu laufen. Denn das zerstörte in meinen Augen das perfekte Bild einer Schneeidylle. Doch wir mussten ja nach draußen, denn unsere Tiere mussten schließlich gefüttert werden. Und für unser Geflügel war es auch eine Riesenüberraschung!

Unsere Laufenten gingen regelrecht cool mit dem vielen Schnee und der Eiseskälte um. Sie kuschelten sich immer aneinander, blieben auch alle zusammen und suchten sich immer wieder ihre sicheren Plätze, wo sie geschützter waren. Am Anfang kuschelten sie sogar mit den Warzenenten zusammen, doch diese haben wir separat untergebracht, da wir demnächst mal wieder unsere Wiese etwas regenerieren lassen wollen.

Unsere Enten haben nämlich die gesamte Wiese umgegraben und zu einem riesigen Matschhaufen verwandelt. Deshalb sollen sie demnächst in verschiedenen Bereichen unterkommen, damit die Wiese sich wieder etwas erholen kann. So bleiben die Warzenenten für sich und die Laufenten bekommen ihren ganz eigenen Bereich.

Unsere Hühner blieben die ganze Zeit über in ihrem Stall, denn sie konnten mit den ganzen Schneemassen gar nichts anfangen und fanden es eindeutig zu kalt und zu nass.
Während unsere Wachteln – wie immer – einfach nur quirlig und fröhlich waren. Und da waren wir heilfroh, dass wir für sie kurz zuvor einen neuen Stall gebaut hatten, da der alte Stall sofort eingeschneit war!

Der kalte Winter und seine Tücken

So schön es auch aussah, so lästig und gefährlich war dieser Winter. Es war nicht nur lästig, dass wir jeden Tag die Wasserbehälter der Tiere auftauen mussten, da sie innerhalb kürzester Zeit zufroren, es war auch ein harter Kampf für unsere Enten im Schnee.

Während die Laufenten ganz cool mit dem Schnee und den kalten Temperaturen umgingen, hatten die Warzenenten mehr zu kämpfen und das, obwohl sie sogar eine komplette Hütte mit einer Schutzecke voll Stroh hatten. Sie wollten die meiste Zeit draußen sein und saßen mehr verteilt, als zusammen im Schnee. Was zur Folge hatte, dass wir einen Erpel in Quarantäne stecken mussten, da seine Füße steif vor Kälte waren.

Leider hat es dann noch zwei unsere liebsten Warzenenten getroffen, die diesen Winter nicht überlebt haben. Es war für uns echt traurig, das wir einmal unseren Erpel Elvis verloren haben, der so schön für Nachwuchs im letzten Jahr sorgte und unser kleinstes Entlein, die etwas ganz Besonderes war.

Elvis war leider vorher schon etwas angeschlagen, wir dachten, dass er auf dem Weg der Besserung war, aber der Winter hat ihm so sehr zugesetzt, dass er es nicht geschafft hat, leider. Und unser Kleinstes war immer so lebendig, hatte immer Spaß, auch wenn sie gerne für sich alleine war. Sie war für uns das liebste Wesen, was wir je kannten. Sie ließ sich immer von uns streicheln, freute sich wenn wir sie besuchten und zwitscherte immer drauf los, sobald sie uns sah. Und jetzt hat sie die Kälte geholt, obwohl wir noch zuvor sagten, dass sie bestimmt ewig leben wird, weil sie etwas ganz Besonderes war.

Hilfe, wir sind eingeschneit!

Als wäre das alles nicht schon schlimm genug mit den Verlust der Enten, Schneite es immer wieder und die Schneemassen wurden immer mehr. Wir waren regelrecht eingeschneit. Da war nichts mehr mit ‚mal eben‘ einkaufen fahren. Hier ging gar nichts mehr!

Zum Glück hatten wir vorher schon genug eingekauft, so dass wir uns problemlos versorgen konnten. Brot backte ich selbst, gekocht wurde – wie immer – auch selbst und Wasser kam aus unserer Brunnenquelle, wo wir sehr viel Glück mit hatten, dass es noch aus unseren Hähnen lief, da die Außenleitung zugefroren war.

Nach tagelangem Schneefall, kein Ende in Sicht. Überall lagen Schneeberge und Christian fing an sich auf unserem Hof kleine Wege frei zu schaufeln, damit er besser zu den Tieren kam und wir mit unserem Sohn nach draußen konnten. Denn unser Sohn war alles andere, als begeistert vom Schnee. Er fand ihn zu kalt, zu nass und mochte sich kaum bewegen. Zumindest nach ein paar Tagen hatte er sich so langsam daran gewöhnt und sagte immer: „Nneee, nneeee.“, was so viel wie „Schnee“ heißt.

Wer räumt denn den Schnee weg?

Abgeschnitten von der Außenwelt, machten wir uns langsam doch Sorgen, dass wir nicht mehr weg kommen, falls mal etwas passiert. Denn weit und breit war kein Streufahrzeug zu sehen, dass die Fußgänger- und Radwege frei räumte. Nur die Straße wurde etwas geräumt. Christian und ich wurden dann doch langsam nervös, denn unser Kühlschrank leerte sich auch immer mehr und es wurde Zeit für einen Einkauf.

Wir schnappten unseren Sohn und stapften durch die Kniehohen Schneemassen, was super anstrengend war. Dies hielten wir auch nur einige Meter aus, bis wir auf die Straße umschwenkten, da wir einfach kaum vorwärts kamen. Vorsichtig liefen wir auf der Straße, weichten mehrmals den Autos aus und erreichten schließlich unseren Nachbarn, der ein paar Trecker besitzt und unser Hoffnungsschimmer war.

Zum Glück trafen wir ihn auch an und unterhielten uns mit ihm. Wir fragten ihn, ob er uns unsere Einfahrt und ein wenig den Hof mit seinem Trecker räumen könnte. Er bejahte und wollte uns sofort helfen. Wir schlenderten also wieder über die Straße zurück nach Hause, passten auf, dass uns niemand überfuhr und warteten auf unsere Hilfe, die auch zügig angefahren kam!

Im Nu wurde unsere Einfahrt und auch unser Hof von dem vielen Schnee befreit, sodass wir wieder mit unserem Auto rauskamen und Chris direkt Einkaufen fahren konnte. Nachdem er die Autobatterie aufgeladen hatte und den Motor zum laufen brachte.

Doch wer räumt denn die Fußwege frei? Niemand!
Die Bauern haben ganze Arbeit geleistet mit ihren großen Treckern und Schaufeln. Sie zogen massenweise Leute mit ihren PKW´s aus dem Schnee, befreiten die Nachbarschaft von den Schneemassen, während man von der Stadt und dem Kreis regelrecht im Stich gelassen wurde. Ein Hoch auf unsere Landwirte! Das habt ihr super gemacht und vielen herzlichen Dank!

Schneechaos

Jetzt reicht es auch mit dem Winter! Oder braucht ihn noch jemand?
Es war wunderschön anzusehen und wir lieben Schneekulissen, weil alles märchenhaft schön aussieht, aber uns reicht es jetzt! Ich habe viel gefroren, da es ganz schön schwer war, unser altes Häuschen warm zu halten bei so kalten Temperaturen. Unser Sohn wollte so gerne nach draußen, aber die Schneemassen sagten ihm gar nicht zu. Und Unseren Garten haben wir auch nicht mehr gesehen.

Unser kleiner Garten mit Terrasse

Wir hatten viel zu tun bei diesem Schneechaos. Die Bäume und Sträucher auf unserem Hof mussten von der schweren Schneelast befreit werden, da sie uns schon umknickten und drohten kaputt zu gehen. Der viele Schnee der sich auf den Dächern nieder legte musste verschwinden, denn er kam sogar überall rein, ob im Hühnerstall, in die Werkstatt oder bei uns ins Haus auf den Dachböden. Er brachte uns viel Ärger mit.

Unsere Badezimmer- und Schlafzimmerdecke fingen an zu tropfen, weil sich der Schnee bzw. das Schmelzwasser seinen Weg bahnte. Wir stellten im Bad einen kleinen Eimer hin und über unserem Schlafzimmer hat Chris eine Menge Schneemassen beseitigt und erst einmal überall Eimer, Speisfässer und alte leere Katzenklos verteilt, damit es in ihnen hinein tropfen konnte.

Auch wenn es echt nervig war, war es auch etwas amüsant, wie es über unserem Bett laut auf die Decke bzw. in die Eimer und Co. tropfte. Bei diesem Geräusch konnte ich sogar ganz gut einschlafen, es hatte eine beruhigende Wirkung auf mich, während Chris sich nur hin und her wälzte, da er es mucksmäuschenstill braucht.

Ciao Winter!

Nun ist aber wirklich Schluss mit dem vielen Schnee! Schluss mit Schneechaos, eingeschneit sein, eisigen Temperaturen und hungrigen Tierchen.

Hasenspuren im Schnee

Während wir interessante Spuren im Schnee beobachten konnten, mussten unsere Enten und auch die Vöglein ihre Körner in der dicken Schneedecke suchen. Jetzt taut der Schnee endlich auf und die die Tiere sind glücklicher, da sich endlich wieder normal bewegen können und ihr Futter finden.

Auch unsere Hühner gehen seit ein paar Tagen wieder raus und liefen mutig durch die restlichen Schneeschichten.

Ab jetzt heißt es „Ciao Winter“ und „Hallo Frühling“! Denn die Temperaturen steigen und steigen und es wird immer wärmer. Endlich können die Tiere aufatmen und müssen nicht mehr so gegen die Kälte kämpfen. Der Vattah kann wieder draußen spielen – äh, arbeiten! Und die Mutti friert nicht mehr ganz so doll und braucht nur noch eine warme Hose, statt zwei!

Wie war für euch der Winter? Was habt ihr alles erlebt und was war schön und was eher nicht so schön? Schreibt uns doch in den Kommentaren, wie ihr euren Winter erlebt habt und ob ihr euch auch schon auf den Frühling freut! Wir freuen uns auf euere Geschichten!

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